Wie läuft meine Glücksausbildung?

Mein Name ist Isa und ich bin ein glückskind.

So darf ich mich jetzt seit Februar 2018 nennen. Ich sage „darf“, weil es endlich keine Qual, sondern eine freiwillige Handlung am Morgen ist aufzustehen, sich fertig zu machen und mit guter Laune zur Arbeit zu fahren.

Vor dem Beginn meiner Ausbildung zur Kauffrau für Marketingkommunikation (irgendwann mal Werbekauffrau genannt) absolvierte ich in Siegen am Berufskolleg Technik eine rein schulische Ausbildung zur GTA. Nein, ich habe kein Computerspiel studiert, die Übersetzung dessen lautet ganz knapp: staatlich geprüfte Gestaltungstechnische Assistentin. Aus dieser Zeit bringe ich auch einige wenige kreative Kenntnisse mit. Beim glückskind kann ich auch diese mit einbringen.

Die ersten anderthalb Jahre meiner Ausbildung habe ich in einer anderen Agentur verbracht, bis ich mich dann für einen Wechsel entschied.

Ich möchte euch gerne eine Woche lang in mein glückskind-Leben entführen.

Montagmorgen. Das Wochenende war schön und ich konnte die letzte Arbeitswoche hinter mir lassen. Ich bin bereit für den Start in eine neue Woche. Schwer fällt mir das Aufstehen aus meinem gemütlichen Bett heute nicht mehr. Ich mache mich fertig für den Tag und fahre kurze 5 Minuten zum glückspunkt. Dort angekommen trudeln nach und nach alle glückskinder ein, kommen erst mal an und quatschen ein wenig über das vergangene Wochenende. Auch unser Ober-glückskind Sarah steht meistens dabei. Hier verstummt niemand, sobald sie den Raum betritt.

Dann geht es zu unserer wöchentlichen Besprechung, in der jedes Projekt einzeln durchleuchtet und besprochen wird. Sobald wir alles durchgearbeitet haben, macht sich jeder mit viel Hingabe und Freude an seine eben zugeteilten Aufgaben.

Zu meinen Aufgaben gehören hauptsächlich die Projektplanung, der Kundenkontakt, das Erstellen von Angeboten und das Stellen von Rechnungen. Zwischendrin übernehme ich auch kleinere gestalterische Projekte. Dazu kommt die Konzeption im Team. Gerne stehen wir alle zusammen und sind gemeinsam kreativ – hier gibt jeder seinen Senf dazu.

Den Dienstag und Mittwoch verbringe ich in Köln in der Berufsschule. Hier lerne ich all die theoretischen Dinge, die ich für meinen Beruf so wissen muss. Von der Marktforschung, über Marketingstrategien, Offline- und Onlinemarketing, Vertragsrechten und Wirtschaftsprozessen, bis hin zum Rechnungswesen, wird alles abgedeckt. Grundsätzlich lernt man hier nichts, was man im echten Leben nicht braucht – kann man sich also eigentlich nicht beschweren. Trotzdem stören die zwei Tage im Ablauf der Ausbildung im Betrieb und reißen einen immer völlig raus. Darum sind mir Ferien immer sehr lieb, da ich dann ohne Unterbrechung arbeiten kann.

Am Donnerstag bin ich wieder dabei. Ich bespreche mit meinen Kolleginnen, was die letzten Tage, während meiner Abwesenheit, passiert ist und widme mich wieder meinen Aufgaben.
So ist die Woche auch schon fast wieder vorbei und der Freitag steht vor der Tür. Heute wird einem Neukunden sein neu entwickeltes Logo vorgestellt. Diese wichtige Präsentation darf ich halten. Immer noch nicht zitterfrei, aber die sichere und lockere Präsentationsweise, wie die meiner Chefin kommt schon noch mit der Zeit – bestimmt.

Kaum ein Tag ist wie der andere. Das macht meine Arbeit so abwechslungsreich. Marketing entwickelt sich immer weiter und bleibt nicht stehen. Immer wieder werde ich vor neue Aufgaben gestellt, die mich in meiner Person und in meinem Beruf weiter nach vorne bringen.

Fazit: glücklich. Ich fühle mich hier nicht wie eine Auszubildende. Ganz im Gegenteil. Ich fühle mich nützlich und nicht überflüssig. Mir werden Aufgaben zugeteilt, nach der sich andere Auszubildenden die Finger lecken würden. Hier stehe ich niemandem im Weg und bin keine Last. Sprüche wie: „die Auszubildende braucht mal wieder irgendeine Aufgabe, lassen wir sie mal die Küche putzen.“, wurden hier noch nicht in den Mund genommen – zumindest nicht im Ernst 😀

Wie Nelli in ihrem Blogbeitrag schon schrieb, müssen wir das alles hier nicht schreiben und so eine Schleimspur hinterlassen. ABER HIER FÜHLT SICH HALT JEDER WOHL. Und sollte doch mal etwas sein, muss man sich nicht scheuen darüber zu reden.
Das glückskind ist eine Agentur, in der die einzelne Person noch etwas zählt.

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