Hurra ein neuer Buchstabe ist da!

Unser jahrelanges Bangen und Warten hat endlich ein Ende!
Wie der Rat für Rechtsschreibung in seiner Pressemitteilung vom 29. Juni 2017 publik gemacht hat, gibt es das Eszett nun auch als Großbuchstaben.

21 Jahre nach der umstrittenen Rechtschreibreform ist das Regelwerk an einigen Stellen nochmal geändert worden.

Warum brauchen wir das große SZ?

Die Notwendigkeit zeigt sich in der fehlenden Eindeutigkeit von amtlichen Dokumenten, bei der sich Abweichungen von der Schreibnorm feststellen lassen.
Bei Ausweisen oder Dokumenten z.B. erwies es sich als problematisch mit Familien-. Vor-, oder Geburtsnamen, die eigentlich ein Eszett beinhalten aber auf Pässen grundsätzlich in Großbuchstaben gesetzt werden. Streng genommen wurde ihr Name auf den Pässen dann falsch geschrieben. Um diese Problematik zu lösen, von denen haben wir ja nicht genug in Deutschland, gibt es das Eszett nun auch offiziell als Großbuchstaben.

Welch eine Wohltat!

Aber natürlich gibt es noch andere signifikante Gründe. So zeigt sich zum Beispiel ein genereller Trend zur Schreibweise in Versalien, welcher in der Werbung, in Büchern, Internet und Zeitschriften herrscht. Das große Eszett soll ein optisch einheitliches Schriftbild generieren.

Wie sieht denn unser neuer Buchstabe so aus?

Das „ß“ als Großbuchstabe ist eine Kreuzung zwischen dem bisherigen kleinen ß und dem großen B.

Wo bekomme ich nun eine Rechtschreibkonforme Tastatur her?

Da müssen wir euch, und dass ß welches bislang ein Schattendasein auf der Tastatur fristet, wohl jetzt leider enttäuschen. Angepasste Tastaturen gibt es leider noch nicht.
Ob es die überhaupt geben wird, ist fraglich und vom Hersteller abhängig.

Aber keine Sorge an alle Veränderungsscheuen unter uns, die alte Ersatzschreibweise mit Doppel-S oder kleinem ß bleibt weiter zulässig ;).

Übrigens:

Neu ist auch das man Adjektive in Fällen wie „Goldene Hochzeit“ und „Neues Jahr“ groß schreiben darf.
Bei einigen Wörtern, bei denen bisher mehrere Schreibweisen zulässig waren, ist nur noch eine Form korrekt.
So darf nur noch Yoga geschrieben werden und nicht mehr Joga und auch für den Ketschup hat es sich ausgedient, den gibt es nur noch in der Ketchup Variante.

Eine aktualisierte Fassung des amtlichen Regelwerks entsprechend den Empfehlungen des Rats für deutsche Rechtschreibung kann auf der Website des Rechtschreibrates heruntergeladen werden.

http://www.rechtschreibrat.com/regeln-und-woerterverzeichnis/

 

 

 

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